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Vom Piktogramm zur App

Montag, 25.04.2022, Konfuzius-Institut

Chinesische Sprache im Wandel

Die chinesische Schrift ist über 3000 Jahre alt, die ältesten bisher gefundenen chinesischen Schriftzeichen sind in Rinderknochen (Orakelknochen) und Schildkrötenpanzer eingeritzte Bildzeichen aus der Zeit um 1400 v. Chr. oder stammen aus Gravuren auf Bronzegefäßen. Mit der Zeit wurde die Schrift standardisiert (Han-Dynastie). 1956 wurde das „Konzept zur Vereinfachung der chinesischen Schriftzeichen“ beschlossen, diese vereinfachte Form der Kurzzeichen wird heute in China und Singapur verwendet, wogegen man in Taiwan, Hongkong und Macau noch in der traditionellen Form der Langzeichen schreibt.

Ein Schriftzeichen repräsentiert grundsätzlich eine Silbe. Am Computer werden chinesische Schriftzeichen unter Zuhilfenahme verschiedener Eingabesysteme geschrieben, wobei diese beiden dominieren: Wubi (formbasiert) und Pinyin (Romanisierung).

Chinesische Schriftzeichen waren ursprünglich eine Art Bildsprache. Piktogramme geben das vereinfachte Bild eines Gegenstandes wieder, während Ideogramme in erster Linie Darstellungen von nicht abbildbaren Begriffen oder Eigenschaften wie Luft, Hitze oder nass, kalt, warm sind. Die legendären Ursprünge der chinesischen Schriftzeichen sind mit Cangjie verbunden, dem Historiker des Gelben Kaisers. Er interessierte sich sehr für die ihn umgebende Welt – Tiere, Natur, Erde und Himmel, angeblich erfand er das erste chinesische Schriftzeichen – zi 字.

Insgesamt gibt es über 100.000 Schriftzeichen, für den alltäglichen Bedarf ist die Kenntnis von 3000 bis 5000 Zeichen ausreichend. So wird 1993 in den „Vorschriften über die Bekämpfung des Analphabetismus“ die Lese- und Schreibfähigkeit im Chinesischen mit der Beherrschung von 1.500 bis 2.000 Schriftzeichen definiert. Ein modernes zweisprachiges Standardwörterbuch (Das Neue Chinesisch-Deutsche Wörterbuch, Xin Hande cidian 新汉德词典) umfasst rund 6.000 Schriftzeichen.

In China mussten PolitikerInnen und BeamtInnen übrigens bis ins 20. Jahrhundert hinein gute LiteratInnen sein, wenn sie Einfluss gewinnen wollten – und nicht wie im Westen gute RednerInnen…

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